Micron Document
<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Marie Henriette Chotek</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Henriette_Chotek"> <link href="./_mw_/ext.cite.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Marie_Henriette_Chotek rootpage-Marie_Henriette_Chotek skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Marie Henriette Chotek</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Marie Henriette Gräfin Chotek von Chotkowa und Wognin</b> (* <a href="24._November" title="24. November">24. November</a> <a href="1863" title="1863">1863</a> auf <a href="Schloss_Doln%C3%A1_Krup%C3%A1" title="Schloss Dolná Krupá">Schloss Unterkrupa</a>, <a href="K%C3%B6nigreich_Ungarn" title="Königreich Ungarn">Königreich Ungarn</a>; † <a href="13._Februar" title="13. Februar">13. Februar</a> <a href="1946" title="1946">1946</a> in <a href="Doln%C3%A1_Krup%C3%A1" title="Dolná Krupá">Dolná Krupá</a>, <a href="Tschechoslowakei" title="Tschechoslowakei">Tschechoslowakei</a>) war eine bekannte <a href="Rosenz%C3%BCchtung" title="Rosenzüchtung">Rosenzüchterin</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Maria Henrietta Hermína Rudolfína Ferdinanda Antonie Anna Gräfin <a href="Chotek_von_Chotkow_und_Wognin" title="Chotek von Chotkow und Wognin">Chotek</a> war die älteste Tochter<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> des Grafen <a href="Rudolf_Chotek_von_Chotkow_(Kammerherr)" title="Rudolf Chotek von Chotkow (Kammerherr)">Rudolf Chotek von Chotkow</a> (1822–1903) und dessen Ehefrau Maria Antonia Eleonore Christiane Hedwig von <a href="Khevenh%C3%BCller" title="Khevenhüller">Khevenhueller-</a>Metsch (1838–1892). Getauft wurde sie erst zwei Wochen nach ihrer Geburt, am 7. Dezember 1863 in der Dorfkirche von Unterkrupa durch den <a href="Trnava" title="Trnava">Tyrnauer</a> Kanoniker Georg Schnell. Henriette war die Cousine zweiten Grades<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> von <a href="Sophie_Chotek_von_Chotkowa" title="Sophie Chotek von Chotkowa">Sophie Maria Chotek</a>, die mit ihrem späteren Gemahl, dem <a href="Thronfolger" class="mw-redirect" title="Thronfolger">Thronfolger</a> <a href="Franz_Ferdinand_von_%C3%96sterreich-Este" title="Franz Ferdinand von Österreich-Este">Franz Ferdinand von Österreich-Este</a>, beim <a href="Attentat_von_Sarajevo" title="Attentat von Sarajevo">Attentat von Sarajevo</a> im Juni 1914 tragisch ums Leben kam.
</p><p>Das Geschlecht der <a href="Chotek_von_Chotkow_und_Wognin" title="Chotek von Chotkow und Wognin">Chotek</a> gehört zum Uradel <a href="B%C3%B6hmen" title="Böhmen">Böhmens</a>, die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1181 zurück. Beginnend mit dem kaiserlich-königlichen Kämmerer und Oberst Hermann Chotek (1786–1822), dem Großvater von Marie Henriette beginnt die ungarische Familienlinie der Choteks in Unterkrupa. Als Hermann im Jahre 1813 Henrietta <a href="Brunsvik_(Adelsgeschlecht)" title="Brunsvik (Adelsgeschlecht)">Brunsvik von Korompa</a> (1786–1857) heiratete, ging auch die Herrschaft von Unterkrupa in den Besitz der Choteks über.
</p><p>Ihre Jugend verbrachte Henriette in den Wintermonaten in <a href="Wien" title="Wien">Wien</a> und die Sommer verbrachte sie auf den Landgütern der Eltern, meistens jedoch auf dem Gut von Unterkrupa. Ihre Erziehung und Bildung erhielt sie, ihrer Gesellschaftsklasse entsprechend, durch Hausunterricht der von Privatlehrern gestaltet wurde. Neben den Fächern Geographie, Geschichte, Mathematik und Physik wurde auf Kunst (Zeichnen) und Musikunterricht (Klavier) großer Wert gelegt. Neben ihrer deutschen Muttersprache wurde sie in Ungarisch, Französisch und Englisch unterrichtet. Die slowakische Sprache erlernte sie erst im Erwachsenenalter.
</p>

<p>Nachdem sie 1883 in Wien in die 'Gesellschaft eingeführt' wurde, öffnete sich der jungen Adeligen die Welt der Erwachsenen. Am 30. Januar 1883 nahm sie am Hofball teil und wurde Kaiser <a href="Franz_Joseph_I." title="Franz Joseph I.">Franz Joseph I.</a> und <a href="Elisabeth_von_%C3%96sterreich-Ungarn" class="mw-redirect" title="Elisabeth von Österreich-Ungarn">Elisabeth von Österreich</a> vorgestellt. In ihrer Jugendzeit entwickelte Henriette ein außerordentliches schauspielerisches Talent. Sie wirkte bei Laienvorstellungen – gemeinsam mit Amateurschauspielern aus anderen Adelsfamilien – mit, die einerseits in Wien oder im Schlosstheater von Unterkrupa stattfanden. Diese Theatervorstellungen wurden von der Wiener Theaterschauspielerin <a href="Amalie_Bleibtreu" title="Amalie Bleibtreu">Amalie Bleibtreu</a> organisiert und künstlerisch betreut. Gefallen fand sie auch an den sog. „<a href="Lebende_Bilder" class="mw-redirect" title="Lebende Bilder">Lebenden Bildern</a>“, in welchen in der Regel historische Ereignisse nachgestellt wurden und sich in damaliger Zeit großer Beliebtheit erfreuten.
</p><p>Henriette Chotek war zeitlebens eine tiefreligiöse Frau und war der <a href="R%C3%B6misch-katholische_Kirche" title="Römisch-katholische Kirche">Römisch-katholischen Kirche</a> aufs Engste verbunden. Im Jahre 1895 wurde sie <i>Ehrendame des adeligen Damenstiftes Maria-Schul</i> in <a href="Br%C3%BCnn" title="Brünn">Brünn</a>. Dieses exklusive Damenstift, bereits 1654 gegründet, war eine Einrichtung für unverheiratete Damen des Adels und Hochadels, das in der damaligen Zeit unter dem Patronat von Kaiserin Elisabeth stand.
</p><p>Obzwar dem Hochadel der <a href="%C3%96sterreich-Ungarn" title="Österreich-Ungarn">Österreichisch-Ungarischen Monarchie</a> angehörend liebte sie das einfache Leben. 1904 erbte sie von ihrem Vater die Herrschaft von Unterkrupa und in dem riesigen Schlosspark konnte sie ihrer Leidenschaft nachgehen: sie züchtete Rosen. Deshalb erhielt sie von der Nachwelt das <a href="Epitheton_ornans" class="mw-redirect" title="Epitheton ornans">Epitheton ornans</a>: „Rosengräfin“. Von den Dorfbewohnern wurde sie sehr verehrt, schon wegen ihrer vielfältigen karitativen Unternehmungen, vor allem unterstützte sie arme Familien und Waisenkinder. Für diese Tätigkeit erhielt sie bereits im Jahre 1909 vom Papst <a href="Pius_X." title="Pius X.">Pius X.</a> ein Anerkennungsdiplom. Sie gehörte dem Damen-Komitee des XXIII. Internationalen <a href="Liste_der_Eucharistischen_Weltkongresse" title="Liste der Eucharistischen Weltkongresse">Eucharistischen Weltkongresses</a> im Jahre 1912 in Wien an und deshalb wurde sie vom Papst Pius X. mit dem Ehrenkreuz <i><a href="Pro_Ecclesia_et_Pontifice" title="Pro Ecclesia et Pontifice">Pro Ecclesia et Pontifice</a> ausgezeichnet.</i>
</p><p>Nach dem Tode ihres Vaters am 3. Dezember 1903 bezog sich der Schwerpunkt des Schaffens der Henriette auf die Herrschaft in Unterkrupa. Hier erwies sie sich als talentierte Haushälterin. Sie entschloss sich, im Schlosspark, etwa 250 Meter vom Schloss entfernt, ein Bauernhaus, das sie „Schweizerhaus“ nannte, zu errichten. Es sollte das Zentrum ihres späteren Wirtschaftens und Wirkens werden. Der Grundstein für dieses Haus, im Bauernstil der Zeit gehalten und mit einem Strohdach gedeckt, wurde am 4. Juli 1906 durch Pfarrer Anton Rácz gelegt. Teile des Gebäudekomplexes richtete sie als Volkskunde-Museum ein. Auch ihr Personal (überwiegend Gärtner mit Familien) fand in Teilen des Komplexes Wohnungen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich durch verschiedene Zubauten hier eine kleine Siedlung. Im Jahre 1947 fielen große Teile dieses Anwesens einem Brand zum Opfer, der Rest wurde abgetragen. Heute erinnert nichts mehr an diese kleine Siedlung.
</p>

<p>In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts begann Henriette Chotek im Schlosspark von Unterkrupa ein <a href="Rosarium" title="Rosarium">Privatrosarium</a> aufzubauen. Sie trat dem <a href="Gesellschaft_Deutscher_Rosenfreunde" class="mw-redirect" title="Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde"><i>Verein Deutscher Rosenfreunde</i> (VDR)</a> bei und nahm an verschiedenen Kongressen und Rosenausstellungen teil. Nach dem Tod des bekannten Rosenzüchters <a href="Rudolf_Geschwind" title="Rudolf Geschwind">Rudolf Geschwind</a> im Jahre 1910 erwarb sie einen Großteil seiner Rosen. Ihr ist es zu verdanken, dass es noch 29 Rosen dieses Rosenzüchters im <a href="Rosarium_Sangerhausen" class="mw-redirect" title="Rosarium Sangerhausen">Rosarium von Sangerhausen</a> gibt.
</p><p>Maria Henrietta Chotek war von vielen Rosenzüchtern hoch geschätzt. Hermann Kiese (1865–1923) hatte der Gräfin bereits eine von ihr selbst auf dem Rosenkongress in <a href="Liegnitz" class="mw-redirect" title="Liegnitz">Liegnitz</a> 1910 ausgesuchte Rose gewidmet: <i>Gräfin Chotek</i>.
</p><p>Während des <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieges</a> meldete sich Henriette Chotek freiwillig zum Lazarettdienst, sie betreute als Oberschwester in <a href="Trnava" title="Trnava">Tyrnau</a> zahlreiche verwundete Soldaten. Als sie zum Ende des Krieges nach Unterkrupa zurückkehrte, sah der Park aus „wie eine Begräbnisstätte gefallener Helden“.<sup id="cite_ref-:1_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-:1-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es war für die nahezu 60-jährige Gräfin, besonders unter den veränderten Verhältnissen, nicht leicht, ihr Rosarium wieder aufzubauen. Viele Raritäten gingen für immer verloren und waren unersetzbar. Nach Meinung der Gräfin „werden Jahre vergehen, bevor es gelingen wird z. B. die Sammlung der Rosen die zur Zeit der Kaiserin <a href="Jos%C3%A9phine_de_Beauharnais" title="Joséphine de Beauharnais">Josephine</a> im Garten von <a href="Schloss_Malmaison" title="Schloss Malmaison">Malmaison</a> wieder herzustellen“<sup id="cite_ref-:0_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Seinerzeit hatte sie im Austausch mit dem französischen Rosenzüchter Jules Gravereaux (1844–1916) nahezu das gesamte Rosensortiment der Kaiserin Josephine von Schloss Malmaison erworben.
</p>

<p>Nach dem Krieg gründete Marie Henriette eine Rosenschule, die sie vom Verkauf von Schnittblumen und Pflanzen finanzierte. Zu ihren Lieblingsspruch gehörte: „Ich brauche keinen Gärtner, Gärtner bin ich, ich brauche nur verläßliche Hilfsarbeiter.“ Gräfin Chotek war eine tüchtige Botanikerin und Gärtnerin, mit deutschen Rosenzüchtern als Lehrer.<sup id="cite_ref-:0_4-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1926 konnte sie die erste Nachzüchtung einer Rose von Rudolf Geschwind in den Handel geben.
</p><p>Maria Henriette kam regelmäßig zu den Rosenkongressen nach Deutschland. Bedeutende deutsche Rosenzüchter, wie <a href="W._Kordes%E2%80%99_S%C3%B6hne" title="W. Kordes’ Söhne">Wilhelm Kordes</a>, <a href="Peter_Lambert_(Rosenz%C3%BCchter)" title="Peter Lambert (Rosenzüchter)">Peter Lambert</a>, Gustav Brada und <a href="Johannes_B%C3%B6ttner" title="Johannes Böttner">Johannes Böttner</a> gehörten zu ihren persönlichen Freunden.
</p><p>Die Sorten- und Preisliste der Gräfin von 1929 verzeichnet 885 Rosensorten, davon 228 Schlingrosen, 33 <a href="Bourbon-Rose" title="Bourbon-Rose">Bourbonrosen</a>, 210 Parkrosen aller Klassen; der Rest waren <a href="Polyantha-Rose" title="Polyantha-Rose">Polyanthas</a> und <a href="Edelrosen" class="mw-redirect" title="Edelrosen">Edelrosen</a>; das Vorwort des Kataloges erwähnt, dass 6.000 Rosen in Unterkrupa angepflanzt waren.<sup id="cite_ref-:1_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-:1-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie führte die '<i>Nordlandrose'</i> ein, die auch in kühleren Gegenden zur Züchtung geeignet waren. Im Jahre 1934 züchtete sie eine Strauchrose unter den Namen <i>’Ignis Chotek‘</i>. Der bekannte <a href="Trier" title="Trier">Trierer</a> Rosenzüchter <a href="Peter_Lambert_(Rosenz%C3%BCchter)" title="Peter Lambert (Rosenzüchter)">Peter Lambert</a> - ein Freund der Gräfin - widmete ihr seine bereits 1910 gezüchtete Multiflora-Hybride-Rose <i>'Marie Henriette Gräfin Chotek'</i>.
</p><p>Marie Henriettes Rosarium inspirierte den „Preßburger Verschönerungsverein“, welcher auf ihre Initiative hin im <a href="Petr%C5%BEalka" title="Petržalka">Au-Park</a> von <a href="Bratislava" title="Bratislava">Preßburg</a> einen Rosengarten anlegte. Der damalige Vorsitzende des Vereins Peter Limbacher (* 1872, † 1947) war nach einem Besuch in Unterkrupa vom Rosarium der Gräfin dermaßen begeistert, dass er sich entschloss, im Preßburger Au-Park ein kleines Rosarium anzulegen. Zahlreiche Pflanzen bestellte er hierfür bei der Gräfin Chotek. Das Rosarium wurde unter Anwesenheit der Gräfin am 13. Juli 1937 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mit den deutschen Rosenfreunden stand sie zeitlebens in beruflicher Verbindung, und als durch die Inflation der VDR und das Rosarium Sangerhausen vor den finanziellen Ruin standen wurden sie von der Rosengräfin tatkräftig unterstützt.
</p><p>Im Jahre 1934 kam die Gräfin in finanzielle Schwierigkeiten und das Rosarium begann zu verfallen. 1938 wurde das Rosarium in Unterkrupa in der Fachliteratur (in Zusammenhang mit einer Rosenausstellung in <a href="Bratislava" title="Bratislava">Preßburg</a>) zum letzten Mal erwähnt. Dann kam der <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweite Weltkrieg</a> und seine schrecklichen Folgen. Nachdem die <a href="Rote_Armee" title="Rote Armee">Rote Armee</a> im April 1945 auch Unterkrupa besetzte begann das eigentliche Zerstörungswerk. Das Herrenhaus wurde geplündert der Park und das Rosarium ging seinen endgültigen Untergang entgegen. Ihre umfangreiche Fachbibliothek, ihr schriftlicher Nachlass, sowie die Rosenkataloge (in denen sie überwiegend die Rosen von Rudolf Geschwind detailliert beschrieb) und die sie seit 1929 regelmäßig herausgab, gingen ebenfalls unwiederbringlich verloren. Bis heute konnte dieser Verlust nicht aufgearbeitet werden, da ihre Beobachtungen und Erkenntnisse weder in einer Rosenzeitung noch einem Fachlexikon zu finden sind.
</p>

<p>Die inzwischen alte Gräfin die keine Nachkommen hatte, da sie unverheiratet blieb, wurde vertrieben. Maria Henrietta, als letzte Vertreterin der „ungarischen Chotek-Linie“ (ihre Großmutter war eine geborene Brunsvik) sollte anhand des <a href="Kaschauer_Programm" title="Kaschauer Programm">Kaschauer Regierungsprogramms</a> von 1945 und der <a href="Bene%C5%A1-Dekrete" title="Beneš-Dekrete">Beneš-Dekrete</a> abgeschoben werden. Nachdem sie den Herrensitz verlassen musste, war sie gezwungen sich vor den Behörden zu verstecken und gutherzige Bewohner des Dorfes gewährten ihr vorerst Unterschlupf. Eine ehemalige Bedienstete sorgte dafür, dass Henriette – die sich zwischenzeitlich in einem desolaten körperlichen Zustand befand – in das nahegelegene Kloster Josephinum<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> des Ortes aufgenommen und von den dortigen Ordensschwestern der <i><a href="Kongregation_der_T%C3%B6chter_der_g%C3%B6ttlichen_Liebe" title="Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe">Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe</a> (FDC)</i><sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> betreut wurde. Dort starb sie gänzlich vereinsamt und verlassen im Februar 1946 und wurde im <a href="Mausoleum" title="Mausoleum">Familienmausoleum</a> der Choteks (das noch von ihrem Vater errichtet wurde) am Dorffriedhof von Unterkrupa in aller Stille beigesetzt.
</p><p>Im Mausoleum sind auf ihrem <a href="Epitaph" title="Epitaph">Epitaph</a> die Worte zu lesen:
</p><p><i>DEUM AFFLICTOS NATURAMQUE TOTO CORDE AMAVIT</i>
</p><p><i>„Gott, die Leidenden und die Natur liebte sie von ganzem Herzen“</i>
</p><p>(siehe hierzu auch Artikel <a href="Schloss_Doln%C3%A1_Krup%C3%A1" title="Schloss Dolná Krupá">Schloss Dolná Krupá</a>)
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Züchtungen_nach_dem_Tod_von_Marie_Henriette_Chotek"><span id="Z.C3.BCchtungen_nach_dem_Tod_von_Marie_Henriette_Chotek"></span>Züchtungen nach dem Tod von Marie Henriette Chotek</h2></div>
<p>Marie Henriette geriet auch nach ihrem Tod als Rosenzüchterin nicht in Vergessenheit. Es gibt im heutigen Unterkrupa Bemühungen die Rosen wieder zu domestizieren und in einem neu angelegten (1996) Rosarium, welches den Namen „Rosarium der M. H. Chotek“ trägt, die Tradition fortzusetzen.
</p><p>Nach dem Tod der Gräfin wurden zwei ihr gewidmete Neuzüchtungen erfolgreich auf den Markt gebracht:
</p>
<ul><li>im Jahre 2006 züchtete Szilveszter Györy die Rose C<i>omtesse Maria Henrietta</i></li>
<li>im Jahre 2013 züchtete die Firma W. Kordes’ Söhne in <a href="Klein_Offenseth-Sparrieshoop" title="Klein Offenseth-Sparrieshoop">Klein Offenseth-Sparrieshoop</a> die Rose <i>Rosengräfin Marie Henriette</i><sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Dr. Gustav Brada, Sofia: <i>Gräfin Marie Henriette Chotek und ihr Rosar,</i> in der Rosenzeitung 1921 (online: Chotek-4, www.ruususeura.fi; abgerufen am 13. Oktober 2017)</li>
<li>Ľudmila Ďuranová: <i>Pestovateľka ruží grófka Mária Henrieta Choteková,</i> in Knižnica, roč. 3, 2002, č.3, S. 150 (<a href="Slowakische_Sprache" title="Slowakische Sprache">slowakisch</a>)</li>
<li>Ľudmila Ďuranová - Anna Šourková - Alena Táborecká: <i>Lexikón slovenských žien,</i> Martin: Národný biografický ústav SNK, 2003, S. 288 (slowakisch)</li>
<li>Stanislav Petráš: <i>Ružová grófka a jej svet,</i> Vydavateľstvo: Občianske združenie Korompa, 2018, ISBN 978-80-973005-3-1 (slowakisch)</li>
<li>Stanislav Petráš: <i>Stavebný komplex kaštieľa v Dolnej Krupej a jeho búranie</i> (dt. „Der Baukomplex des Schlosses von Unterkrupa und seine Zerstörung“) in der Zeitschrift 'Pamiatky a múzea' (PaM), Februar 2020, S. 27ff</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li>Rosengräfin - Marie Henriette Gräfin Chotek Ungarische Rosenliebhaberin 'Marie Henriette Gräfin Chotek' Biografie - Die Welt der Rosen; (online: www.welt-der-rosen.de/rosengraefin_graefin_chotek.html; abgerufen am 13. Oktober 2017) <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.welt-der-rosen.de/personen/rosengraefin_graefin_chotek.html">Marie Henriette Chotek, Biografie</a> (abgerufen am 15. September 2018)</li>
<li><i>Mária Henrieta Choteková - Veda na dosah</i> (online: www.vedanadosah.cvtisr.sk maria-henrieta-chotekova, am 20. Oktober 2017 abgerufen; slowakisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/ChotekMH1926">Marie Henriette Chotek, Rosensorten- und Preisliste, 1926</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://ujszo.com/vasarnap/a-korompai-rozsas-grofno">Die Rosengräfin von Korompa in Újszo 17.12.2004 (ungarisch)</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.facebook.com/rozarium.dolna.krupa/?modal=admin_todo_tour">Das Rosarium in der Gegenwart (slowakisch)</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Henrietta hatte noch drei jüngere Geschwister: <i>Anna Maria Theresia Chotek</i> (1865–1882); <i>Gabriella Edmundine Antonia Chotek</i> (1868–1933) ⚭ mit Maria Franz Dominik von Schönborn (* 1870, † 1933); <i>Rudolf Otto Hermann Chotek</i> (1870–1921) ⚭ mit Irma Maria Ráday de Ráda (* 1871, † 1945)</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Ihre Großväter Karl von Chotek (* 1783, † 1868) und Hermann von Chotek (* 1786, † 1822) waren Brüder </span>
</li>
<li id="cite_note-:1-3"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-:1_3-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:1_3-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">zitiert nach: <i>Rosengräfin-Marie Henriette...</i> (siehe Weblink)</span>
</li>
<li id="cite_note-:0-4"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-:0_4-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_4-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">zitiert nach Dr. Gustav Brada: <i>Gräfin Marie Henriette...</i> (online)</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Nach dem Zweiten Weltkrieg verkümmerte das Rosarium in Ermangelung an Pflege, bis es gänzlich aus dem Park verschwand. </span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Das Chotek Mausoleum wurde im Jahre 1894 nach Plänen des österreichischen Architekten Stanislaus Hanusch (* 1846, † 1904) errichtet.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Der Orden war seit 1927 in Unterkrupa ansässig. </span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Der Orden wurde 1868 von <a href="Franziska_Lechner" title="Franziska Lechner">Franziska Lechner</a> (* 1. Januar 1833 in <a href="Edling" title="Edling">Edling</a> bei <a href="Wasserburg_am_Inn" title="Wasserburg am Inn">Wasserburg am Inn</a>, † 14. April 1894 in <a href="Breitenfurt_bei_Wien" title="Breitenfurt bei Wien">Breitenfurt</a> bei Wien) gegründet. Alsbald verbreitete er sich in ganz <a href="Europa" title="Europa">Europa</a>. Die Schwestern wirkten auch in Unterkrupa und wurden nach der Machtübernahme durch die <a href="Kommunismus" title="Kommunismus">Kommunisten</a> in der <a href="Tschechoslowakei" title="Tschechoslowakei">Tschechoslowakei</a> gewaltsam vertrieben. </span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">In Erinnerung an die Freundschaft des Firmengründers Wilhelm Kordes (* 1865, † 1935) mit der Rosengräfin erhielt diese Rose anlässlich des 150jährigen Geburtsjubiläums von Marie Henriette Chotek den Namen <i>Rosengräfin Marie Henriette</i>. Die feierliche Vorstellung erfolgte am 8. Juni 2013 in Unterkrupa. </span>
</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-p" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
<div style="display: table-cell; vertical-align: middle; width: 100%;">
<div>
Normdaten&nbsp;(Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/1018168982">1018168982</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/no2019023644">no2019023644</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/220888806/">220888806</a></span> | </div>
</div></div>
</div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-10-10" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Marie_Henriette_Chotek&amp;oldid=260487855">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>

</body></html>